Agentin Rita Schütz mit Opernsänger Pavol Breslik.

Agentin Rita Schütz mit Opernsänger Pavol Breslik. Bild:Ursula Litmanowitsch

Künstleragentin  Rita Schütz mit Firmensitz ihrer Artists Management Zürich in Gockhausen, hat ein dickes Buch herausgegeben. Schütz‘ Schützlinge sind vorwiegend Opernstars.

«Zufall ist das Pseudonym Gottes» heisst die Autobiografie und Rückschau. Zum dreissig Jahre–Jubiläum ihrer Agentur hat Schütz das Buch im Eigenverlag publiziert. Wer im Eigenverlag publiziert, kann zwischen zwei Buchdeckeln schreiben, was er will, er unterstellt sein Elaborat keinem kritischen Auge eines Buchverlages. Oder aber, die Buchverlage wollten das Munsukript nicht drucken. Beides ist möglich.

Der zwei Kilo schwere Wälzer kostet 85 Franken. Ein stolzer Preis! Eine Rezension oder Besprechung der Neuerscheinung in Feuilletons oder Fachzeitschriften sucht man vergeblich. Vielleicht liegt der Grund darin, dass Frau Schütz keine Rezensionsexemplare an Redaktoren oder Journalisten vergibt, sondern das Buch nur leihweise zur Verfügung stellt, wie man hört. Das spült der Post aber immerhin 18 Franken in die Kasse, denn Frau Schütz zahlt 9 Franken Porto und der Journalist, der auf den Kuhhandel reinfällt, nochmals 9 Franken Rückporto. Doch aufgepasst. Frau Schütz beklage sich im Nachhinein–so hört man– noch mit spitzen Bemerkungen, wenn Journalisten sich nicht bei ihr für das Ausleihen des Buches bedanken. Dass solches fernab von Realitätsbezug und völlig branchenunüblich ist, darauf soll Frau Schütz an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden.

Auf dem Cover der Schütz’schen Memoiren ist die Dichterin fotografisch inszeniert wie eine Diva. Ihr Outfit stammt aus dem Atelier von Sonja Trinkl aus München. Auf der Homepage von Designerin Trinkl wird damit kräftig geworben: «Die Collection für Rita Schütz besteht in jedem Rampenlicht. Bequem zu tragen, immer gut aussehend und in jedem Fall ein Unikat. Ob Presse, Opernball, Preisverleihung oder Tasmanienbesuch – Rita Schütz wirkt in ihrem Outfit.»

Im Buch schreibt Schütz unter anderem über Opernstar Agnes Baltsa, sie habe «Ein Ego, gross wie ein Scheunentor». Dasselbe gilt indes auch für die selbstverliebte Autobiografie–Autorin.

Das 85 Franken teure Buch aus dem Selbstverlag ist relativ schlampig redigiert. Und es strotzt nur so vor Interpunktions– und anderen Fehlern. Z.B. stimmt das Todesdatum von Herbert von Karajan nicht. Oder über Sängerin Gwyneth Jones steht, sie sei eine «wallische Sängerin». Hier irrte sich die Dichterin dahingehend, als es sich bei Opernstar Jones vielmehr um eine «walisische Sängerin» handelt, wie es korrekt heissen sollte (sie stammt aus Pontnewyndd,Wales)…

Opernstar Gwyneth Jones und ihr Mann Dirigent Adrian Müller

Opernstar Gwyneth Jones und ihr Mann, Dirigent Adrian Müller. Bild: Ursula Litmanowitsch

Die Frage sei abschliessend erlaubt: Braucht die  (Opern)–Welt überhaupt solche Bücher?

cover

Advertisements