Die CD nach der gleichnamigen Chorstelle in Bizets Carmen benannt, wurde im Festsaal «Karl der Grosse» in Zürich begossen. Als Paten waren im Flyer  Ausschnitt aus dem Flyer

neben Ex–Bundesrätin Elisabeth Kopp auch Sängerin Maja Brunner angekündigt, die eine Laudatio halten sollte. Doch sowohl Kopp als auch Brunner liessen sich aus gesundheitlichen sowie persönlichen Gründen entschuldigen. Ebenfalls auf dem Flyer als Taufpaten aufgeführt waren Autoimporteur und SVP–Stratege Walter Frey mit Gattin Barbara. Doch auch sie waren nicht zugegen.

Auf der Bühne standen schlussendlich die Taufpaten Rosmarie Quadranti, BDP–Nationalrätin aus Volketswil, Ex Nati–Coach Köbi Kuhn und der Winterthurer Stadtpräsident Mike Künzle. Alle drei wurden nach ihren musikalischen Vorlieben befragt. Während Rosmarie Quadranti in Bern in der Kulturkommission immer wieder mit verschiedenen Kunstsparten in Berührung kommt und Mike Künzle stolz auf die Kulturstadt Winterthur hinwies, gab Köbi Kuhn zu, mit der klassischen Musik nicht allzu viele Berührungspunkte zu haben;– ausser dem Körpereinsatz: «Musik ist wie Sport. Ein Dirigent führt dabei ähnliche Bewegungen aus, wie ich auf dem Trainerbänkli».

Freude an der CD ihres Chores: Noemi Nadelmann mit CD–Pate Köbi Kuhn, Ex-Nati Trainer.

Freude an der CD ihres Chores: Noemi Nadelmann mit CD–Pate Köbi Kuhn, Ex-Nati Trainer.

Mike Künzle, der davon erzählte, wie er neulich mit der Familie im Auto eine Carmen –Arie angehört hat, lieferte Köbi Kuhn einen Steilpass:«Die Carmen hätte ich auch gerne bei mir im Auto gehabt», sagte er mit trockenem Humor und sorgte für den Lacher des Abends.

Die Habenera aus Carmen, die Weltstar Noëmi Nadelmann vortrug, genoss Kuhn optisch und akustisch.

Der Noemi Nadelmann Chor ist der einzige Chor aus der Staffel «Kampf der Chöre» (2010 auf SRF), welcher noch aktiv auftritt. Die CD soll nun eine Krönung sein.  Das «Baby» hat 18 Monate bis zur Geburt benötigt.

Präsident Stephan Bischof führte in blumigen und ausschwifenden Reden durch den Abend. Dabei stand man sich allerdings fast die Füsse in den Boden Denn  90 Minuten stillstehen ist trotz wunderbarer Gesangeinlagen etwas viel.

Bischof nannte Noëmi Nadelmann mehrfach die «Urmutter» des Chores. Ob sie an dieser etwas «ältlichen» Bezeichnung wirklich Freude hatte, bleibe dahingestellt. Auch Bandleader Pepe Lienhard, der zweimal interimistisch beim «Kampf der Chöre» einsprang, nahm die Titulierung Urvater gelassen hin. Die Performance des Chores schliesslich überzeugte die Anwesenden von dessen stimmlicher Farbigkeit und hoher Qualität  (Leitung Raimund Wiederkehr, am Klavier der begnadete André Desponds) und sorgte für fulminante Höhepunkte. Der Gefangenenchor gehörte bei der Rahmendarbietung natürlich ebenso zum Programm wie die Titelmeldodie «Les Voici». Solis von Nadelmann brachten das Publikum vollends zum Schmelzen. Die schöne Sängerin ist privat glücklich mit dem Opernintendanten Lyndon Terracini aus Sydney(Australien) liiert. In Basel feierte sie neulich eine vom Feuilleton hochgelobte Premiere in einer eigenwilligen Inszenierung von «Così fan tutte» (Skandalregisseur Calixto Bieito , Skandalautor Michel Houellebecq). Ihren Wohnsitz hat Nadelmann in Australien. Wohnsitz und Haushalt in einer städtischen subventionierten Mietwohnung an der Schipfe in Zürich (die Wetwoche berichtete) hat sie inzwischen aufgelöst.

CD–Taufe: Dirigent Raimund Wiederkehr, Noemi Nadelmann, Pepe Lienhard, Moritz Wetter (v.l.n.r.).

CD–Taufe: Dirigent Raimund Wiederkehr, Noemi Nadelmann, Pepe Lienhard, Moritz Wetter (v.l.n.r.).

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